Der Herbst

 

Ab Ende August tritt meistens, durch ein Gewitter ausgelöst, eine Temperaturänderung ein. Die heiße Klammer des Sommers lässt nach. Es ist so, als würde die Natur wieder aufatmen. Alles dehnt sich wieder aus und beginnt zu wachsen.

Im September ist es immer noch wunderschön warm. Da die Sonne jetzt ihren Zenit überschritten hat, schafft sie ganz neue Lichtverhältnisse. Jeder Blickwinkel bekommt mehr Relief. Hier, dem Süden zugewandt, die von warmen Gold beschienene Landschaft, dort, am Nordhang ist es Dunkel und kühl. Auch die Farbigkeit in der Natur nimmt wieder zu. Das Gras wird wieder Grün, zur großen Freude der Pferde. Die Heide beginnt zu blühen. Glockenblumen, Johanniskraut, Wegewarte und Herbstzeitlose sind mit einem Mal zu sehen. Die Bergrücken und Täler zeichnen sich deutlich bis in die Ferne ab. Das macht Lust, wieder spazieren zu gehen. 

Die Natur empfängt dankbar das Wasser, mit welchen 1 bis 2-tägige Regen- oder Gewitterfronten das Land beglücken. Dann kann manchmal unser Bach zu einem Fluss heranwachsen. Überall hört man das Wasser rauschen. Wenn sich dann sie Sonne wieder ihren Zugang durch die davonziehenden Regenwolken erobert, bietet sich einem ein wunderbares Schauspiel. Kleine zarte Nebelwolken scheinen sich aus jedem Tal zu erheben, verweilen noch ein Wenig über den Baumkronen, werden dann davon getragen oder lösen sich auf. Oft endet alles in einem riesigen Regenbogen, der eine farbige Brücke über die Berge zu bilden scheint.

     

Es sind eben diese, für das Land so unerlässlichen Regenschauer des Spätsommers und beginnenden Herbstes, die darüber entscheiden, ob die Esskastanienernte vielsprechend oder eher bescheiden ausfällt. Esskastanien und Pilze machen schon eine gute Mahlzeit. Das denken auch die Wildschweine, die sich jetzt einen guten Wanst zulegen.

    

   

Noch einmal hört man, bevor der Winter kommt und das bunte Laub fällt, mehrere Vogelstimmen. Schwalben sammeln sich oft bei uns. Sie tanken, bevor sie ihre Reise nach Süden antreten, noch einmal die Warme Sonne in unserem, vor dem Nordwind geschützten Tal. Auch die Stare scheinen die Eichen und Eschen zu lieben. Ihre munteren Vogelstimmen sind nicht zu überhören. Der Gesang der Rotkehlchen begleitet einen eigentlich den ganzen Spätsommer und Herbst. Sie scheinen schon ihre Reviere für das nächste Jahr abzustecken. Die Maulbeerbäume stehen wie leuchtende gelbe Fackeln da. Bis auch sie ihre Blätter fallen lassen.

Kiefern – Douglasien – und immergrüne Eichenwälder erhalten ihr Grün für den Winter. Während die Kastanien jetzt nackt und Kahl dastehen.